Alles über Varizen

Krampfadern: Warum Sie Varizen als Symptom ernst nehmen sollten

Krampfadern, auch Varizen genannt, sind nicht nur ein kosmetisches Problem. Langfristig drohen Komplikationen wie Ulcus cruris und Venenthrombosen. Denn Varizen sind oft ein Symptom für ein tiefergehendes Venenleiden, die chronische venöse Insuffizienz.

Inhalt fachlich überprüft von: Medical Affairs
Krampfadern (lat. Varikosis) sind sicht- und fühlbare Venen, die sich blau unter der Haut entlangschlängeln. „Krummadern“, wie sie im Mitteldeutschen hießen, resultieren aus krankhaft veränderten und in ihrer Funktion gestörten Beinvenen. Betroffen sind fast ausschließlich Unterschenkel, Waden und die Knie. Sie können aber auch an den Oberschenkeln auftreten, vor allem auf der Innenseite, oberhalb des Knies (Perforans-Varizen) und auf der Außenseite (Stammvenen- und Seitenastvarikose). Zwar verursachen Varizen bei Betroffenen in der Regel zunächst keine Schmerzen. Sie sind jedoch ein sehr deutliches Zeichen für ein beginnendes Venenleiden

Oft ist eine venöse Insuffizienz die Ursache. Und sie werden immer häufiger. Etwa jeder fünfte Erwachsene entwickelt irgendwann im Laufe des Lebens Krampfadern. Frauen etwas häufiger als Männer.Das Risiko nimmt dabei mit höherem Alter deutlich zu. Weitere Risikofaktoren sind Übergewicht, Bewegungsmangel und Schwangerschaft.
Ausgeprägte Varizen sind keinesfalls ungefährlich und nicht mit dem harmlosen und nur kosmetisch störendem Besenreiser zu verwechseln. Besenreiser sind sozusagen kleinere Krampfadern ohne Aussackungen und Schwellungen. Zwar sind auch Besenreiser sichtbar, jedoch viel feiner. Sie zeichnen sich fast spinnennetzartig unter der Hautoberfläche ab, sind aber in der Regel nicht tastbar. Außerdem kann Besenreiser auch an den Oberschenkeln, Füßen und sogar im Gesicht auftreten.

Die Ursache ist im Grunde dieselbe; eine beginnende venösen Insuffizienz (Venenschwäche), die dazu führt, dass Blut zurück in die Beine und Füße sackt und sich dort staut. Dadurch erhöht sich der Druck auf die Venenwand und die Gefäße weiten sich, woraus letztendlich auch die sichtbaren und tastbaren Veränderungen der Venen resultieren, die nicht nur optisch störend sind, sondern auch zu ernsthaften medizinischen Problemen führen können, teils Schmerzen verursachen und Geschwüre und Entzündungen begünstigen. Es können sogar noch gefährlichere Komplikationen infolge unbehandelter Krampfadern auftreten.

Unterscheidung von Krampfadern und Besenreiser

Besenreiser und Krampfadern sind nicht das Gleiche. Sie unterscheiden sich vor allem in der Ausprägung der Venenschwäche und ihrer Sichtbarkeit. 

Krampfadern zeichnen sich dadurch aus, dass hierbei die Venen stark erweitert sind. Sie erscheinen dann fast knotig, treten sogar unter der Haut hervor, sind also tastbar und können Schmerzen verursachen. Zudem neigen sie zu Blutungen, da die Haut über den betroffenen Venen dünner wird und somit verletzungsanfällig. Auch wenn Krampfadern oder auch Varizen grundsätzlich überall am Körper vorkommen können, häufen sie sich doch zumeist an den Beinen, primär an den Unterschenkeln, Waden und Knien. Die ersten Anzeichen von Krampfadern treten ab dem 30. Lebensjahr auf. Dabei leiden dreimal mehr Frauen als Männer an Krampfadern. Im Laufe der Zeit können sie zu gesundheitlichen Problemen führen.

Besenreiser sind eine schwächere Form von Krampfadern. Auch diese Form von Venenschwäche ist unter der Haut sichtbar. Anders als bei den Krampfadern sind Besenreiser aber feiner, fast wie ein bläulich-rotes Spinnennetz. Diese kleinen Verästelungen sind nicht nur auf die Beine bzw. Oberschenkel beschränkt. Auch im Gesicht gibt es Besenreiser, was dann auch als Rosazea bezeichnet wird. Anders als Krampfadern sind Besenreiser zwar nicht gefährlich, werden aber als kosmetisch störend empfunden. Außerdem deuten Besenreiser auf eine Venenschwäche im Anfangsstadium hin und sollten deshalb beobachtet und untersucht werden. Insbesondere dann, wenn sie mit anderen Frühsymptomen einer Veneninsuffizienz auftreten, etwa müden Beinen und Wadenkrämpfen.
Besenreiser sind kleine, feine Netzwerke aus leicht geweiteten Venen infolge einer beginnenden Venenschwäche.
Arzt tastet die Unterschenkel eines Menschen mit deutlich sichtbaren Krampfadern ab.
Krampfadern sind deutlich sicht- und tastbare blaue und verkrümmte Adern, die bei einer fortgeschrittenen Venenschwäche auftreten.

Komplikationen: Warum sind Varikosen gefährlich?

Krampfadern sind ein ernstzunehmendes Symptom, das unbehandelt zu Komplikationen führen kann. Trotzdem werden sie noch zu häufig als rein kosmetisches Problem abgetan. Dabei können Krampfadern langfristig sehr gefährlich werden, da sie Folge eines Rückstaus des Blutes in Beinen und Füßen sind. Das ist häufig auf eine Venenschwäche im Anfangsstadium zurückzuführen, kann aber auch andere Ursachen haben, etwa bestimmte Medikamente oder seltene Grunderkrankungen einzelner Organe.

Nach Jahren oder Jahrzehnten kann die Varikose zudem in eine chronische venöse Insuffizienz übergehen (CVI). Diese zeichnet sich dadurch aus, dass es zu Ödemen (Wassereinlagerungen in den Beinen) und Hautveränderungen kommt, die Entzündungen und Ekzeme verursachen können. Lange bevor es so weit ist, machen sich jedoch andere Symptome bemerkbar, vor allem schwere Beine, Besenreiser und Wadenkrämpfe. Auch vereinzelte Krampfadern sind viel mehr ein Frühwarnzeichen für eine Venenschwäche als eine große Gefahr. Man muss jedoch aktiv werden.

Werden Krampfadern und ihre Ursache nicht behandelt, sowie Varizen entfernt oder verödet, droht mitunter eine Venenthrombose. Dabei handelt es sich um ein Blutgerinnsel (Thrombus), dass sich mit der Zeit infolge des angestauten Blutes an der Venenwand der Beinvenen bildet und diese ganz oder teilweise verschießt. Löst es sich von der Gefäßwand ab, kann es mit dem Blut in Herz und Lunge geschwemmt werden und dort zu einem lebensgefährlichen Gefäßverschluss führen, was auch als Lungenembolie bezeichnet wird.
Nahaufnahme eines Arztes, der eine Krampfader verödet.
Krampfadern können zum Beispiel mithilfe der endovenösen Laserkoagulation und mit Ultraschall behandelt werden. Auch eine operative Entfernung oder Verödung ist möglich. Doch so weit muss es gar nicht kommen, wenn man bereits bei ersten Anzeichen für schwächelnde Beinvenen aktiv wird, nämlich müden, schweren und geschwollenen Beinen am Abend.
Weitere mögliche Komplikationen sind Geschwüre an den Unterschenkeln und Knöcheln, die sich zu offenen Wunden entwickeln können (Ulcus cruris / offenes Bein). Diese offenen Wunden sind die häufigste Langzeit-Komplikation durch Krampfadern, die sich bei etwa 5% der Betroffenen entwickelt.

Zudem sind Krampfadern besonders anfällig für Venenentzündungen (Phlebitis), ebenso wie für Blutungen aus der oder in der Nähe der Krampfader. Die Ödeme können außerdem zu Entzündungen und der sogenannten Stauungsdermatitis führen, die unbehandelt mit der Zeit chronische Hautveränderungen wie braunen Verfärbungen (Hyperpigmentierung), Gewerbeverhärtungen (Dermatosklerose) und Narben (Atrophie blanche) verursacht.

Was kann man dagegen tun?

Die gute Nachricht: Krampfadern bilden sich zwar nicht von allein zurück, sind aber gut behandelbar. Zwar entstehen sie häufig infolge einer Schwäche des Bindegewebes und/oder einer Venenschwäche, weshalb sie auch nach einer operativen Entfernung meistens erneut auftreten. Und sie sind nicht ganz so leicht behandelbar wie die Besenreiser, der sich unkompliziert in wenigen Sitzungen veröden lässt. Doch das Risiko auf schwere Komplikationen kann deutlich gesenkt werden, wenn Varizen chirurgisch entfernt werden. Neben der Möglichkeit der operativen und vollständigen Entfernung der Krampfadern gibt es weitere Behandlungsmethoden.

Am bekanntesten sind die Sklerotherapie (Verödung der Krampfadern) und thermische Verfahren wie die Laser- und Radiowellentherapie. Zudem ist es entscheidend, dass die eigentliche Ursache angegangen wird, also in der Regel die Venenschwäche. 

Wenn man weiß, wie Krampfadern entstehen, dann kann man bereits lange im Vorfeld aktiv werden, um vorzubeugen. Etwa durch mehr Bewegung, eine angepasste Ernährung und spezielle Übungen wie Venengymnastik. Erste Symptome sind nämlich meist müde und schwere Beine und nächtliche Wadenkrämpfe. Auch rezeptfreie Medikamente und Gele mit Rosskastanienextrakt und weiteren Inhaltsstoffen können im Frühstadium dabei helfen, dass sich ausgeprägte Krampfadern erst gar nicht, oder wesentlich langsamer entwickeln, indem sie die geschwächte Venenwand stärken und bestimmte Enzyme hemmen, welche durch den gesteigerten Innendruck bei Blutstau entstehen und die Venenwand porös machen. Zusätzlich helfen Bewegung, Ernährung und weitere Hausmittel dabei, der Entstehung neuer Krampfadern, etwa nach einer Krampfaderentfernung, vorzubeugen.
DIE THERAPIE RICHTET SICH NACH ART UND SCHWEREGRAD DER SYMPTOME.

Behandlungsmöglichkeiten bei Krampfadern

Ursache & Risikofaktoren: So entstehen Varikosen

Veranlagung

Bewegungsmangel

Alter

Schwangerschaft

Übergewicht

Hohe Schuhe

In einem funktionierenden Venensystem wird das Blut gegen die Schwerkraft von den Füßen bis zum Herzen transportiert. Unterstützt werden die Beinvenen dabei von der Beinmuskulatur (Venen-Muskelpumpe), welche die Venen beim Gehen in einem beständigen Rhythmus zusammenpresst und den Druck erzeugt, der das Blut nach oben presst, sowie von den Venenklappen, die verhindern, dass das Blut bei Nachlassen des Muskeldruckes nach unten fließt. Denn die Beinvenen und Muskelpumpe bewegen das Blut, anders als bei den Adern in anderen Körperpartien, gegen die Schwerkraft. Da die Venenklappen sich, wie eine Art Schleuse, nur zum Herzen hin öffnen, verhindern sie so den Rückfluss des Blutes in Beine und Füße.

Allerdings können verschiedene Ursachen und Risikofaktoren dazu führen, dass diese Funktion des Venensystems gestört wird und sich Blut in den Beinen und Füßen staut. Entweder, weil die Klappen nicht mehr vollständig schließen, oder weil die Venen-Muskelpumpe im Alltag nicht ausreichend aktiviert wird und an Kraft verliert, was vor allem bei Bewegungsmangel und zu einseitiger Belastung durch langes Stehen und Sitzen passiert. Ist die Funktion des Venensystems über einen längeren Zeitraum gestört, kommt es zu dauerhaft erweiterten, unregelmäßig geschlängelten Venen, den Krampfadern. Das versackte Blut dehnt nämlich zunächst die oberflächlichen Venen, die nicht durch Knochen und Muskeln stabilisiert werden und diese werden dann sichtbar.

Dafür gibt es verschiedene mögliche Ursachen. Erhebliche Risikofaktoren sind Bewegungsmangel, Übergewicht und hormonelle Veränderungen. Zudem sind Frauen generell häufiger von Venenschwächen und somit auch Besenreiser und Krampfadern betroffen. Ursächlich ist ein schwächeres Bindegewebe, welches Venenleiden begünstigt.

Die Folge ist immer dieselbe: das Blut wird nicht ausreichend bewegt und staut sich in den Beinvenen. Die Gefäße weiten sich und dadurch schließt die Venenklappe immer schlechter. Selbst wenn bis zu diesem Zeitpunkt „nur“ eine unzureichend aktivierte Muskelpumpe der Grund für das Ansammeln von Blut in den Venen war, können nun, aufgrund der sich immer stärker weitenden Venenwand, auch die Klappen zunehmend schlechter schließen. Denn diese sitzen an der Gefäßwand. Weitet sich der Durchmesser des Gefäßes, können die Klappen den Rückfluss des Blutes nicht mehr vollständig verhindern. Das ist ein schleichender Prozess, der oft lange Zeit unbemerkt bleibt, da ersten Frühwarnzeichen wie Wadenkrämpfen, geschwollenen, schweren und müden Beinen, sowie Besenreisern und ersten Krampfadern, oft nicht ausreichend Beachtung geschenkt wird.
Infografik veranschaulicht eine gesunde und ungesunde Vene nebeneinander im Vergleich.
Meistens ist der Venenklappendefekt eine Folge der Venenschwäche bzw. chronischen venösen Insuffizienz (CVI). Zuerst staut sich also das Blut, etwa aufgrund von einer schwächelnden Muskelpumpe, in der Folge weiten sich die Adern und die Venenklappe kann schlechter schließen. Risikofaktoren für eine schwächelnde Muskelpumpe sind vor allem ein erhöhter Druck im Körper durch Übergewicht, einseitige Belastung, bestimmte Medikamente und auch High Heels.

Jedoch kann auch eine defekte Venenklappe dazu führen, dass Blut zurückfließt, obwohl die Muskelpumpe richtig arbeitet. Auch dann staut sich das Blut und es beginnt ein Teufelskreis, in dem sich die Venenklappen immer schlechter schließen.

Ebenso kann eine genetisch bedingte Bindegewebsschwäche der auslösende Faktor sein. Zusammen mit der eventuellen zusätzlichen Belastung durch die genannten Risikofaktoren, können die schwachen Fasern dem Druck im Venensystem nicht auf Dauer standhalten, selbst wenn dieser gar nicht erhöht ist. Auch dann vergrößert sich der Durchmesser der Venen, wodurch ein Venenklappendefekt entsteht. Das Blut sackt in Beine und Füße und weitet die Venenwand zusätzlich.
Primäre Varikosen haben vielfältige Ursachen, die nicht vollständig geklärt sind. Oft liegt die Ursache für Krampfadern in der genetischen Vorgeschichte des Betroffenen und, damit einhergehend, einer Veranlagung zu einer Bindegewebs- und Venenschwäche in Verbindung mit Bewegungsmangel, Übergewicht und einseitiger Bewegung begründet. Etwa 15 Prozent der Frauen und 11 Prozent der Männer haben lt. der Bonner Venenstudie im Laufe ihres Lebens mit Krampfadern zu tun.

Dass Frauen in Sachen Venenleiden die Nase vorn haben, liegt überwiegend daran, dass bei ihnen hormonelle Faktoren einbezogen werden müssen. Östrogen und Progesteron heißen die beiden Geschlechtshormone, die sowohl die Struktur der Venenwand und Venenklappen beeinflussen als auch in der Schwangerschaft für eine Lockerung des Muskel- und Bindegewebes sorgen. Beides führt dazu, dass der Rückfluss des Blutes von den Beinen zum Herzen erschwert wird. Völlig geschlechtsunabhängig hingegen spielt die nachlassende Festigkeit des Gewebes und der Venen und Venenklappen im Alter eine Rolle.
Wenn die Bildung von Krampfadern eine Auswirkung einer anderen Erkrankung ist, spricht man von einer sekundären Varikose. Dazu gehört zum Beispiel eine angeborene Herzschwäche, bzw. gestörte Herzfunktion, die für unausgeglichene Druckverhältnisse in den Venen sorgt und den Blutfluss negativ beeinflusst. Eine weitere Venenerkrankung, die sich mit Krampfadern visuell bemerkbar macht, ist die Beinvenenthrombose. Wenn die tieferliegenden Beinvenen verstopft sind, sucht sich das Blut einen anderen Weg – zumeist die oberflächlichen Venen – was die Transportfähigkeit derer so negativ beeinflusst, dass die Venen mit der Zeit erschlaffen und sich zu Krampfadern entwickeln.
Krampfadern sind nicht nur ein sichtbares Problem, sondern wirken sich mit der Zeit auch fühlbar aus. Damit ist nicht gemeint, dass sie tastbar sind, sondern dass Varizen zu weiteren Symptomen führen können. Im Anfangsstadium sind sie meist unauffällig und wirken sich nicht auf die Betroffenen aus. Zunächst zeigen sich sicht- und tastbare verdickte bläuliche Venen, die mit der Zeit immer sichtbarer werden, die Haut durch Aussackungen immer stärker ausbeulen (Blow-outs) und auch das Hautbild im Umkreis deutlich verändern können.

Vorher kann es zu Symptomen wie schweren Beinen, Spannungsgefühlen auf der Haut und Juckreiz kommen. Zudem werden die Beine schnell müde. Es können auch nächtliche Wadenkrämpfe auftreten. Die Symptome werden meist durch Wärme verstärkt und treten vornehmlich nach langem Stehen und Sitzen auf. Im Liegen und bei Bewegung lassen sie hingegen nach.

Da es sich bei Krampfadern um eine Folge des Blutstaus handelt, werden die Komplikationen mit den Jahren immer gefährlicher und die Symptome immer umfangreicher. Je länger der erhöhte Druck durch das angestaute Blut auf die Venenwand wirkt, desto durchlässiger wird sie für Flüssigkeiten, Eiweiße und Abbauprodukte des Bluts (Hämosiderin), wodurch Ödeme und Hautveränderungen entstehen. Dann spricht man bereits von einer chronischen venösen Insuffizienz (CVI) und nicht mehr von Krampfadern bzw. einer Varikose.

Anfangs zeigen sich diese Ödeme nur am Abend und die Schwellungen nehmen am Morgen wieder ab. Später halten sie dann den ganzen Tag über an. Dann können auch weitere Komplikationen auftreten, wie etwa eine Stauungsdermatitis bzw. Stauungsekzeme, welche durch Entzündungsreaktionen auf die austretenden Flüssigkeiten aus den Venen entstehen, ebenso wie durch das mögliche Kratzen infolge des Juckreizes. Die Haut wird an den Krampfadern sehr dünn, weshalb es schnell zu Verletzungen und Blutungen mit Entzündungen als Folge kommen kann. Die Stauungsdermatitis zeigt sich durch juckende, gerötete und geschwollene Hautveränderungen an den Krampfadern, die später verkrusten und schuppen (Ekzeme).  

Offene Beine, die häufigste Komplikation durch Krampfadern im Spätstadium, entstehen, da sich durch den anhaltenden Blutstau eine Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff entwickelt. Kleine Wunden und auch die Entzündungen infolge der Ödeme können nicht mehr richtig abheilen und entwickeln sich zu Geschwüren (Ulzera) und offenen Beinen.

Symptome einer Varikose im Verlauf

  • Anfangsstadium: sichtbare, krumme und bläuliche Adern, Besenreiser, keine Schmerzen oder sonstige Beschwerden.
  • Weiterer Verlauf: Die Beine ermüden schneller, es kommt zu Juckreiz und Spannungsgefühlen, nachts sind Wadenkrämpfe möglich. Nach langem Stehen und Sitzen können Schwellungen auftreten, die beim Hochlegen der Beine oder beim Gehen schnell wieder nachlassen. 
  • Das fortgeschrittenes Stadium: Varikose entwickelt sich zur chronischen Veneninsuffizienz, da sich Ödeme bilden, zunächst nur am Abend. Jedoch halten die Schwellungen nun immer länger an. Außerdem können erste Entzündungen in Form von juckenden Hautrötungen (Stauungsekzemen) entstehen. Auch Venenentzündungen und Verhärtungen sind möglich. 
  • Spätstadium: Offene Beine durch Geschwüre infolge von Sauerstoffmangel im Gewebe, der dazu führt, dass Wunden nicht mehr richtig abheilen. Nun drohen in seltenen Fällen auch Venenthrombosen und die Lungenembolie als mögliche Folge.

Achtung: Bei ungewöhnlichen und starken Schmerzen, einer Wärmeentwicklung im Bein oder Beinabschnitt sowie schmerzenden Schwellungen sollte sofort ein Arzt oder auch Notdienst gerufen werden, da die Gefahr einer gelösten Venenthrombose und damit einer Lungenembolie besteht!

Verschiedene Arten von Krampfadern

Je nachdem, welche Venen betroffen sind, gibt es zudem verschiedene Arten von Krampfadern.
Von retikulären Varizen spricht man, wenn sehr kleine Krampfadern an der Außenseite der Ober- und Unterschenkel und in den Kniekehlen auftreten, die einen maximalen Durchmesser von vier Millimetern haben. Sie sind dem Besenreiser sehr ähnlich.
Die Besenreiservarikosis betrifft kleine, oberflächliche Äderchen in der Haut, die meist bläulich erscheinen. Eigenständig haben sie für den Bluttransport keine Bedeutung und treten oft bei älteren Menschen auf. Eine Sklerosierungsbehandlung (Verödung) kann aus ästhetischen Gründen infrage kommen. Sie sind, anders als gemeinhin angenommen, keine Vorläufer von Krampfadern. Aus einem Besenreiser entwickelt sich also keine Varikose. Diese betrifft dann andere Adern. Jedoch sind Besenreiser ein frühes Anzeichen für angestautes Blut, welches dann später in anderen Venen zu Varizen führen kann.
Besonders große Krampfadern (Stammvarikosis) entstehen dann, wenn die sogenannten oberflächlichen Stammvenen Vena saphena magna (große Rosenvene, Innenseite des Unterschenkels) und Vena saphena parva (kleine Rosenvene, Rückseite des Unterschenkels) oder ihre Seitenäste (Seitenastvarikosis) betroffen sind.

Das ist vor allem bei einer fortgeschrittenen venösen Insuffizienz der Fall, durch welche der Druck auf die Venen schon über Jahre hoch ist. Jedoch können sie auch bei jüngeren Menschen, aufgrund eines angeborenen Venenklappendefekts, auftreten. Vor allem die Stammvenen verfügen über wichtige Venenklappen an ihrer Mündung in die tiefe Leitvene.

Die kleine Stammvene (Vena saphena parva) mündet in der Kniekehle in die tiefe Leitvene, während die große Stammvene (Vena saphena magna) von der Innenseite des Unterschenkels, über die Außenseite des Knies und des Oberschenkels, bis in die Leiste verläuft, wo sie auf die Leitvene trifft. Eine defekte Klappenfunktion kann zu einer Überfüllung der oberflächlichen Venen und somit zu Krampfadern führen.

Da oberflächliche Venen nicht von Knochen und Muskeln stabilisiert werden, dehnen sie sich infolge des erhöhten Drucks durch den Blutrückfluss aus. Wie weit die Krampfadern reichen, hängt davon ab, welche Venenklappen betroffen sind (Definition nach Hach). Ist zum Beispiel nur die Venenklappe in der Leistengegend der großen Stammvene betroffen, zeigen sich die Varizen an der Außenseite der Oberschenkel. Sind weitere Venenklappen betroffen, so kann das Blut bis zurück über das Knie und sogar bis in die Nähe der Fußknöchel zurückfließen. So ist es auch mit der kleinen Stammvene,  bei der entweder die Venenklappe in der Knieregion betroffen ist, oder mehrere, wodurch das Blut bis zur Wade und in den Knöchelbereich sackt. Die Krampfadern der Stammvenen sind dabei nicht immer sichtbar, da sie sehr tief liegen. Jedoch tritt die Seitenastvarikose meistens infolge einer Stammvarikose auf. Und die Krampfadern der Seitenäste sind deutlich sichtbarer.
Perforans-Varizen beschreiben ein Krampfaderleiden, das sich in den Verbindungsvenen je zwischen oberflächlichen Stammvenen und tiefen Leitvenen entwickelt. Davon gibt es etwa 150 je Bein, die normalerweise nicht sichtbar sind. Sie sind für das Abfließen des Blutes aus den oberflächlichen Stammvenen und ihren Seitenästen in die tiefen Leitvenen. Deshalb verfügen sie über Venenklappen, deren Störung dazu führt, dass das Blut aus den tiefen Leitvenen zurück in die Stammvenen läuft. Dadurch kommt es zunächst zu einer Ausdehnung der Verbindungsvenen, später dann auch zu einem Krampfaderleiden der Stammvenen. Sehr häufig sind die Perforansvenen an der Innenseite des Beins, über dem Knie betroffen (Dodd- und Hunter-Perforansvenen).

Auch die Verbindungsvenen oberhalb des Fußknöchels auf der Innenseite der Unterschenkel sind anfällig (Cocket-Perforansvenen). Typisch für Perforans-Varizen sind Aussackungen, sogenannte Blow-Outs. Denn durch den umgekehrten Blutfluss von der Leit- in die Stammvene wird die Vene ausgebeult, was auch die darüberliegende Haut betrifft. Dadurch ist diese Form der Krampfadern besonders anfällig für Blutungen und Verletzungen.
Eine sehr seltene Form von Krampfadern, die zudem eine andere Ursache als Krampfadern an den Beinen haben, sind Krampfadern der Speiseröhre (Ösophagusvarizen). Sie entstehen durch die Schädigung eines anderen Blutkreislaufs, nämlich des Leberkreislaufs. Infolge der Vernarbung der Leber (Leberzirrhose) staut sich das Blut, wodurch es in die Kreisläufe von Speiseröhre, Bauchdecke und/oder Enddarm gedrückt wird. Durch diesen Druck entstehen die Krampfadern, welche die Venenwand der Speiseröhrenvenen ausdünnen, wodurch diese leicht platzen können. Das kann zu lebensgefährlichen Komplikationen führen.
Besenreiser an der Außenseite des Unterschenkels einer Frau
Besenreiser an der Außenseite des Unterschenkels
Nahaufnahme von Krampfadern in der Kniekehle und am Unterschenkel
Retikuläre Varizen in Kniekehle und an den Waden
Arzt untersucht eine Seitenastvarikose am Knie, mithilfe von Ultraschall.
Seitenastvarikose am Knie bei einer Ultraschalluntersuchung

Hautveränderungen, Entzündungen und offene Beine

Zwar mögen die Beschwerden bei Krampfadern im Anfangsstadium banal erscheinen, vor allem da sie nicht schmerzen und meist nur als optisches Problem wahrgenommen werden. Doch wenn man nicht aktiv wird, verschlimmern sie sich mit den Jahren immer weiter. Ist der Blutfluss über Jahre gestört, findet einerseits eine Unterversorgung des Gewebes mit Nährstoffen statt, andererseits erhöht sich der Innendruck auf die Venen, was zu zahlreichen Komplikationen führen kann. Infolge der Flüssigkeiten, die so durch die poröse Venenwand ins Gewebe dringen, kann es zu Hautveränderungen wie braunen Verfärbungen und hellen Pigmentstörungen kommen. Zudem sind chronische Entzündungen und Ekzeme möglich. Meist bilden diese Symptome bzw. Komplikationen sich zunächst an den Unterschenkeln und Fußknöcheln. Langfristig drohen dadurch offene Wunden bzw. offene Beine, die in jedem Fall behandlungsbedürftig sind.
Nahaufnahme von geschwollenen Fußgelenken, aufgrund von Ödemen.
Wassereinlagerungen im Fuß, die mit der Zeit zu Entzündungen und Hautveränderungen führen können.
Deutlich sichtbare Symptome einer Stauungsdermatitis am Fußgelenk, mit Krustenbildung, Hautverfärbungen und offenen Wunden.
Eine Stauungsdermatitis mit infizierter Wunde, infolge der Wassereinlagerungen und schlechten Blutversorgung.
Nahaufnahme eines offenen Beins am Fußgelenk
Die Folge der Ödeme und Ekzeme kann ein Geschwür (Ulcus cruris), ein sogenanntes offenes Bein, sein.
Eine weitere mögliche Hautveränderung an den Beinen kann, in Folge eines fortgeschrittenen Venenleidens, in Form der Lipodermatofibrose auftreten. Sie beginnt als dunkelrote Verhärtung, meist auf der Innenseite der Unterschenkel, knapp oberhalb des Fußknöchels. Diese kann sehr schmerzhaft sein und geht mit Schwellungen einher. Wird sie nicht behandelt, vernarbt die betroffene Hautpartie, ebenso wie das Muskel- und Fettgewerbe in dem Bereich. Dadurch weiten sich die Schwellungen aus, da sie nur ober- oder unterhalb der vernarbten Haut entstehen können. Es kommt im fortgeschrittenem Stadium zu chronischen Schmerzen bei Bewegung.

Übrigens: Gewebeveränderungen und offene Beine können nicht nur infolge einer Varikose und chronischen Veneninsuffizienz entstehen. Auch ein Diabetes oder eine Arteriosklerose können zu entsprechenden Durchblutungsstörungen führen und ähnliche Symptome verursachen.
   

Wie Ödeme zur Stauungsdermatitis führen können

Die Ödeme, welche typischerweise im Knöchelbereich entstehen, sind eine Folge durch das erhöhte Blutvolumen in den Venen. Die Venenwand wird durch den Druck mit der Zeit immer durchlässiger, wodurch Flüssigkeiten in das Gewebe austreten. Ein deutliches Anzeichen für Wassereinlagerungen ist die Tatsache, dass eine Delle im Gewebe zurückbleibt, wenn man mit den Fingern auf die Schwellung drückt, die sich nur langsam wieder zurückbildet.

Sie beginnen meist ganz harmlos, etwa in Form von Striemen, die sich nach dem Ausziehen der Socken an den Fußknöcheln abzeichnen. Ein deutlich spürbares Anzeichen ist es, wenn etwa Fußkettchen oder Sandalen, die am Morgen noch gut gepasst haben, am Abend plötzlich zu eng sind. Die Ödeme verschlechtern die Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen, da sie den Blutfluss zusätzlich zu den Krampfadern und der Venenschwäche weiter stören. Entzündungen, die ebenfalls eine Folge der ausgetretenen Flüssigkeiten und der Unterversorgung mit frischem Blut sind, heilen schlecht ab.

Nun kann es auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen, dass das Gewebe schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird, wenn doch immer mehr Flüssigkeit ins Gewebe austritt und das Blut sich staut. Das Problem ist, dass es sich dabei um verbrauchtes Blut handelt, welches voll mit Kohlendioxid und toxischen Abbauprodukten ist, das sich eigentlich auf dem Rückweg zum Herzen befinden sollte, um dort gereinigt und wieder mit Sauerstoff und Nährstoffen angereichert zu werden. Treten die Abbauprodukte dieses sauerstoffarmen Blutes ins umliegende Gewebe aus, während gleichzeitig immer weniger frisches Blut in die betroffenen Venen gelangt, sind Entzündungen die Folge. 

So kann es langfristig zu einer speziellen Form von Ekzemen kommen, der sogenannten Stauungsdermatitis. Die Haut rötet sich, schuppt und ist sehr trocken, wodurch auch Juckreiz entsteht. Mit der Zeit können diese sich außerdem zu offenen Wunden führen. Eventuelles Kratzen infolge des Juckreizes erhöht das Risiko zusätzlich.

Chronische Hautveränderungen

Die Flüssigkeiten, die, infolge des angestauten Bluts, durch die Venenwand ins Gewebe austreten, beinhalten auch Blutbestandteile wie Eisenpigment. Dieses kann zu dunkelbraunen Hautverfärbungen des Gewebes führen (Hyperpigmentierung). Wie auch die Ödeme, treten sie vor allem am Unterschenkel und am Fußgelenk auf. Zudem führt eine chronische Stauungsdermatitis mit der Zeit zu einem chronischen Gewebeumbau. Es verhärtet sich, was auch als Dermatosklerose bezeichnet wird. Durch häufige Ekzeme bilden sich mit der Zeit besondere Naben, die Schmerzen verursachen. Sie werden auch als Atrophie blanche bezeichnet und erhöhen das Risiko für offene Beine deutlich.
Beine einer alten Frau, auf denen ausgeprägte Krampfadern mit Aussackungen (Blow-outs) und  braune Hautverfärbungen zu erkennen sind.
Bleiben Krampfadern jahrelang unbehandelt, hinterlässt das vor allem im Alter Spuren. Zu erkennen sind braune Verfärbungen (Hyperpigmentierung), Krampfadern mit Blow-outs und Ekzem.

Krampfadern in der Schwangerschaft

Krampfadern in der Schwangerschaft sind eine häufige Beschwerde bei Frauen, die durch Veränderungen im Hormonhaushalt und Gefäßsystem verursacht werden. Eine angeborene Veranlagung für Krampfadern bzw. schwaches Bindegewebe kann ebenfalls dazu beitragen. Eine spezifische Behandlung ist normalerweise nicht erforderlich, aber es gibt Maßnahmen wie das Tragen von Kompressionsstrümpfen und regelmäßige Bewegung, um Beschwerden zu lindern. In schweren Fällen kann eine endovaskuläre Therapiemaßnahme oder eine Operation notwendig sein. Frauen können durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr, aktive Bewegung und Vermeidung von heißen Bädern und Saunabesuchen vorbeugen.

Kann man Krampfadern vorbeugen?

Die Komplikationen, die Krampfadern nach Jahren und Jahrzehnten nach sich ziehen, können häufig verhindert oder zumindest ausgebremst werden, wenn man rechtzeitig auf die ersten Symptome reagiert.

Die Bildung von primären oder sekundären Varizen lässt sich also verzögern, zu 100 % vorbeugen kann man aber nicht. Insbesondere dann nicht, wenn die Ursachen genetisch (schwaches Bindegewebe) oder auf eine Erkrankung, wie eine angeborene Herzschwäche, zurückzuführen sind. Doch auch in diesen Fällen ist es wichtig, auf gesunde Beine zu achten, wobei zahlreiche große und kleine Veränderungen im Alltag helfen können. Und auch, wenn Maßnahmen wie gesunde Ernährung und die Meidung von Alkohol und Nikotin quasi in jeder Liste zur Vorbeugung von diversen Erkrankungen auftauchen, gibt es auch einige spezielle Tipps für gesunde Beinvenen, wie etwa die Venengymnastik.

Entscheidend ist vor allem die regelmäßige Aktivierung der Venen-Muskelpumpe durch ausreichende Bewegung. Sowohl langes Stehen als auch Sitzen schwächen die Muskelpumpe, weshalb tägliches Spazierengehen und Treppensteigen ideale Mittel zur Vorbeugung sind. Denn nur beim Gehen werden die Venen zum Transport des Blutes ideal zusammengepresst. Das beugt diversen Venenleiden und Symptomen wie Besenreiser und Krampfadern vor.

Weitere Tipps: Was Sie gegen Krampfadern tun können

Ausgewogene, gesunde Ernährung: Die richtige Ernährung und ausreichend Wasser sind das A und O in der Venengesundheit. So können belastendes Übergewicht und Übersäuerung vermieden werden. Vor allem Letzteres ist eine Folge ungesunder Ernährung, die den Körper anfälliger für Entzündungen und folglich für Venenschwäche macht. Am besten ernähren Sie sich nährstoffreich, überwiegend basisch und achten auf ein gesundes Gewicht.

Langfristige Gewichtsreduzierung ist wichtig, da Übergewicht den Druck im Körper erhöht, gegen den die Muskelpumpe anarbeiten muss. Außerdem ist Übergewicht oft eine Folge von Bewegungsmangel und dieser ist einer der primären Risikofaktoren für eine Venenschwäche.

Meidung von Alkohol und Nikotin, da die toxischen Inhaltsstoffe auf vielerlei Weise zu Durchblutungsstörungen führen können. Zudem schwächt Alkohol die Muskulatur und damit auch die Venenmuskelpumpe.

Güsse oder Duschen mit kaltem Wasser, ebenso wie Kneipp-Fußbäder, Wadenwickel und Massagen helfen bei der Linderung akuter Beschwerden wie Schwellungen, da sie die Durchblutung fördern. Bei Beschwerden auf Reisen oder im Alltag hat man jedoch nicht immer ein Handtuch oder ein Fußbad parat. Für Frische im Alltag und unterwegs sorgen Venostasin® Gel und Venostasin® Fresh.

Leichter Ausdauersport (Walking, Jogging, Treppensteigen, Fahrradfahren) stärkt die Beine und damit auch die Muskelpumpe.

Spazierengehen hilft dabei, Bewegungsmangel im Alltag zu kompensieren und die Muskelpumpe ausreichend zu aktivieren. Nur beim Gehen presst sie die Venen ausreichend für den optimalen Blutfluss in Richtung des Herzens zusammen.

High-Heels mit Absätzen >7cm meiden, da sie die optimale Funktion der Muskelpumpe stören. Zum richtigen Schuhwerk gehört übrigens auch, dass die Sohle möglichst flexibel ist und die Schuhe groß genug sind.

Überschlagen Sie die Beine beim Sitzen möglichst nicht, vor allem dann nicht, wenn Sie lange sitzen.
Tragen Sie keine zu enge Kleidung, insbesondere Socken, Schuhe und Hosen.

Unterbrechen Sie langes Sitzen, zum Beispiel im Büro, auf Reisen oder bei langen Autofahrten, regelmäßig durch 15 – 20 Minuten Gehen. Auf langen Reisen helfen spezielle Reisestrümpfe, auch um einer Reisethrombose vorzubeugen. Das ist vor allem dann wichtig, wenn Sie bereits unter ersten Anzeichen einer chronischen venösen Insuffizienz und/oder Varizen leiden.

Legen Sie die Beine bei Schweregefühl, Schwellungen und Erschöpfung hoch, insbesondere nach langem Gehen und Stehen, sowie bei Hitze. Das erleichtert den Transport des Blutes in Richtung Herz. Vor allem nach dem Hochlegen der Beine in der Nacht berichten viele Betroffene, dass Symptome wie das Spannungsgefühl der Haut nachlässt.

Schmerzen durch Krampfadern sofort behandeln

Krampfadern selbst, ebenso wie Besenreiser, führen lange Zeit zu keinerlei Beschwerden oder Schmerzen. Die Komplikationen, die infolge des ursächlichen Blutstaus entstehen, etwa Ödeme, offene Beine und Ekzeme, können jedoch sehr schmerzhaft sein und müssen in jedem Fall behandelt werden. Auch Gerinnsel, das Aufplatzen von Krampfadern, Entzündungen und empfindliche Schwellungen können erhebliche Auswirkungen auf den Alltag und die Bewegungsfreiheit haben, ganz zu schweigen vom allgemeinen Wohlbefinden der Betroffenen.

Im Anfangsstadium können Schmerzen auch durch die ersten Anzeichen einer beginnenden Venenschwäche auftreten, zum Beispiel durch Spannungsgefühl, Juckreiz und nächtliche Fuß- und Wadenkrämpfe.

Wie groß oder klein die Varizen sind, hat dabei keinen allgemeingültigen Einfluss auf den Schweregrad bzw. die Intensität der Schmerzen. Wichtig ist, dass man möglichst früh reagiert und mit der Behandlung beginnt. Diese variiert je nach Ausprägung und Stadium der Symptome.

Behandlungsmöglichkeiten

  • Kompressionsstrümpfe
  • Chirurgische / operative Venenentfernung (Stripping-Operation)
  • Verödung der Krampfadern (Sklerotherapie)
  • Thermische Behandlung (Laser oder Radiowellen)
  • Medikamente und kalkte Güsse zur Behandlung einiger Beschwerden
  • Venenmittel, zum Beispiel mit Rosskastanienextrakt
  • Bewegung
  • Physikalische Therapie (Kältegüsse, Wechselbäder usw.)

Kompression

Frau zieht sich Kompressionsstrümpfe an, während sie auf einem Bett sitzt
Kompressionsstrümpfe dürften den meisten Menschen ein Begriff sein. Zugegeben, sie haben nicht den besten Ruf, insbesondere bei jungen Menschen, was aber keinesfalls auf ihre Wirkung, sondern ihre Optik zurückzuführen ist. Denn die Kompression ist einer der wichtigsten Bestandteile der Behandlung und der Vorbeugung von Venenschwächen und ihren möglichen Komplikationen.

Zudem gibt es noch mehr Behandlungsmöglichkeiten als die bekannten Reise- und Thrombosestrümpfe, die unter dem Begriff Kompressionstherapie zusammengefasst werden.

Insbesondere bei fortgeschrittener chronischer venöser Insuffizienz und akuten Thrombosen sowie Schwellungen, ist eine disziplinierte Kompressionstherapie unabdingbar, da sie Beschwerden durch angestautes Blut lindert, indem sie sowohl die Muskelpumpe als auch die Venenklappen unterstützt.

Das gelingt, indem sie die Ausdehnung der Vene durch Zusammenpressen rückgängig macht, also den Venendurchmesser reduziert. Somit wird der Blutfluss in Richtung Herz verbessert, es staut sich weniger verbrauchtes Blut, dessen Abbauprodukte durch die strapazierte Venenwand ins Gewebe dringen können und es fließt weniger Blut infolge einer Funktionsstörung der Venenklappen zurück in Beine und Füße. Geschwüre können abheilen, wodurch Komplikationen wie offenen Beinen, Hautveränderungen und Stauungsdermatitis, sowie neuen Ödemen vorgebeugt werden kann.

Gegen akute Symptome hilft ein Kompressionsverband, zur Vorbeugung und bei chronischer Veneninsuffizienz können Kompressionsstrümpfe zum Einsatz kommen, die es in verschiedenen Stärken gibt. Ein bekanntes Beispiel sind vielleicht Reisestrümpfe, die bei langen Reisen und bestehender Venenschwäche dafür sorgen, dass durch das lange Sitzen keine Schwellungen entstehen oder es zu einer Reisethrombose kommt.

Kompressionsstrümpfe werden auch nach venenchirurgischen Eingriffen und der Verödung von Krampfadern für wenige Tage bis hin zu vier Wochen verschrieben, je nach Art und Schwere des Eingriffs. Sie sollen postoperative Risiken wie Nachblutungen, Gerinnselbildung und Lymphzysten reduzieren. Wurden Perforans-Varizen und keine Stammvenen oder Seitenastvenen behandelt, wird der behandelte Bereich, zusätzlich zu den Kompressionsstrümpfen, für durchschnittlich zwei Wochen bandagiert.

Neben den Strümpfen und Verbänden gibt es noch sogenannte MAKs (medizinisch adaptive Kompressionssysteme), welche ebenfalls bei der Behandlung von Wassereinlagerungen eingesetzt werden und den Heilungsprozess von Geschwüren unterstützen, indem sie den Blutfluss verbessern. Im Gegensatz zu Kompressionsstrümpfen, die in Länge und Stärke individuell angefertigt bzw. ausgewählt werden müssen, sind MAKs in der Größe und im Grad der Kompression – meist per Klettverschluss – anpassbar.

Auch mithilfe der pneumatischen Kompression durch Beinmanschetten kann die Entstauung bei Ödemen, Geschwüren und Schwellungen unterstützt werden, indem ein bestimmter Druck durch Druckluft in der Manschette erzeugt und wieder abgelassen wird. Dadurch wird die Arbeit der Muskelpumpe simuliert und unterstützt.

Stripping-Operation: Krampfadern entfernen

Durch die Entfernung von Krampfadern soll die Funktion der noch nicht (so stark) betroffenen Venen unterstützt werden. Da sich in den Varizen das Blut staut, erhöht sich auch das Risiko für Fehlfunktionen der umliegenden Venen. Mithilfe eines minimalinvasiven chirurgischen Eingriffs, primär der Stripping-Operation, können größere Krampfadern, vornehmlich betroffene Stamm- und Seitenastvenen, ganz oder teilweise entfernt werden. So wird das Risiko auf Ödeme, Hautveränderungen und die Ausdehnung einer Venenschwäche auf weitere Gefäße deutlich reduziert.

Während bei den ersten Einsätzen der Stripping-Methode, die der Chirurg Babcock schon 1907 einführte, wurde noch die komplette betroffene Rosenvene entfernt. Das ist heute anders. Seit ungefähr 45 Jahren wird nun vor allem die Stripping-Operation nach Hach durchgeführt, die auch Teilstripping genannt wird. Es werden also nur noch einzelne Venenabschnitte entfernt, die stark von der Varikose betroffen sind. Somit wird gleichzeitig Venenmaterial für eventuell im Spätstadium notwendige Bypass-Operationen erhalten.
Arzt bei chirurgischer Entfernung einer Krampfader

Der Ablauf:

  1. 1. Eine kleine Sonde wird über die Leiste in die Krampfader eingeführt
  2. 2. Die Sonde erreicht eine funktionierende Venenklappe (den sogenannten „Anschlag“)
  3. 3. Nun wird die Krampfader an beiden Enden (Einführungspunkt und Anschlag) chirurgisch durchtrennt und mithilfe der Sonde herausgezogen
  4. 4. Die Kryomethode ist ein alternatives Verfahren: Es wird eine Kältesonde verwendet, welche bei ihrem Weg durch die Krampfader dazu führt, dass diese an der Sonde festfriert, wodurch sie sich leichter entfernen lässt.
  5. 5. Sind keine Stamm- oder Seitenastvenen, sondern Perforans-Venen (Verbindungsvenen zwischen oberflächlichen Venen und tiefen Leitvenen) betroffen, wird ein kleiner Schnitt direkt am betroffenen Bereich zur Entfernung durchgeführt, anstelle die Sonde in der Leistengegend einzuführen.
  6. 6. Bei Seitenast-Varizen kann die Miniphlebektomie angewendet werden, um sehr kleine Abschnitte ohne Sonde direkt zu entfernen.
  7. 7. Nach der Operation: Es werden für ca. vier Wochen Kompressionsstrümpfe verordnet, um Risiken nach der Operation wie Nachblutungen, Ansammlung von Lymphflüssigkeit und Blutgerinnsel zu reduzieren.
  8. 8. Prognose: Nach der Entfernung einer Krampfader bleibt die grundsätzliche Ursache, welche das Risiko für Krampfadern erhöht, unbehandelt. Nicht selten bilden sich mit der Zeit also neue Krampfadern, egal ob die alten Varizen entfernt, verödet oder anders behandelt wurden. Nach der Entfernung einer Krampfader müssen also vorbeugende Maßnahmen wie Gewichtsreduzierung, Bewegung, kalte Güsse, die Anwendung von Venenmitteln und/oder Venengymnastik weiter aufrechterhalten werden. Auch in der direkten Umgebung der entfernten Krampfader kann es zu neuen Varikosen kommen, vor allem zu Seitenastvarizen. Diese müssen aber meist gar nicht behandelt oder nur verödet werden. Seltener können aber auch neue größere Varizen auftreten. In diesem Fall ist häufig eine neue Stripping-Operation (Rezidivoperation) notwendig. Generell ist es deshalb wichtig, zur Einschätzung neuer Krampfadern und zur regelmäßigen Nachuntersuchung, Gefäßspezialisten und Phlebologen aufzusuchen.
  9. 9. Krankschreibung: Die Entfernung einer Krampfader wird in den meisten Fällen ambulant und unter Teilnarkose durchgeführt. Bei einfachen körperlichen Tätigkeiten kann die Arbeit teilweise schon zwei bis drei Tage nach der Operation wieder aufgenommen werden. In der Regel ist man jedoch für eine Woche krankgeschrieben. Bei körperlich anstrengenden Berufen bleibt man in der Regel zwei Wochen arbeitsunfähig, bis die Beine wieder voll einsatzfähig sind.

Weitere operative Methoden:

CHIVA: lokale Betäubung, Abbindung krankhaft veränderter Venenabschnitte per Ultraschall, damit diese sich mit der Zeit von allein zurückbilden und veröden. Nicht geeignet bei sehr starken Varizen und Symptomen.

Externe Valvuloplastie (EVP): Verengung des Mündungsbereichs der großen Rosenvene in der Leiste von außen, durch Einsetzen einer Manschette aus Polyester unter örtlicher Betäubung; eignet sich nur für leichte Varikosen (kaum geweitete Venen mit Defekt an der Mündungsklappe). Durch die Manschette wird die gestörte Venenklappe wieder funktionstüchtig und die betroffene Vene kann sich regenerieren. Dadurch bleibt sie vollständig erhalten. Das ist ein großer Vorteil, gerade wenn die Ursachen für das Krampfaderleiden in einer Herzschwäche begründet liegen. Denn so kann die Vene für eventuelle spätere Herzoperationen als Bypass verwendet werden.

Wann ist eine Venen-OP sinnvoll?

Manchmal reichen vorbeugende Maßnahmen nicht aus, um Beschwerden aufgrund von Krampfadern langfristig zu lindern. Wenn die Betroffenen durch das Venenleiden schmerzhafte Einschränkungen im Alltag erfahren, ist es spätestens dann ratsam, einen Gefäßspezialisten (Phlebologe) hinzuzuziehen, der die allgemeine Venengesundheit und das Risiko einer Verschlimmerung der bestehenden Erkrankung gründlich untersucht. Dieser kann dann einen individuellen Behandlungs- und Therapieplan erarbeiten, die unter Umständen eine Venen-OP einschließt. Bewährt haben sich sowohl die Verödung, Laser- und Radiowellentherapie sowie das sogenannte Venen-Stripping, um die erkrankte Vene zu schließen oder zu entfernen. Voraussetzung für eine operative Venentherapie ist in allen Fällen eine umfassende Anamnese sowie sorgfältige Nachbehandlung.  

 

Verödung von Krampfadern

Die Verödung von Krampfadern und Besenreiser ist eine weit verbreitete und sehr sichere Behandlungsmethode. Die Sklerotherapie erfolgt durch Injektion eines flüssigen oder schaumigen Sklerosierungsmittels in die Krampfader (Wirkstoff: Polidocanol). Es führt dazu, dass die Gefäßwände der Krampfadern verkleben und vernarben, wodurch sie absterben.

Die Verödung erfolgt ambulant und es bestehen keine Einschränkungen bei der Arbeit oder beim Sport. Besenreiser werden durch Mikrosklerotherapie verödet, während bei kräftigeren Krampfadern ein stärkeres Verödungsmittel oder Verödungsschaum eingesetzt wird.

Obwohl die Methode sicher ist, gibt es einige Risiken wie die Entwicklung von bräunlichen Flecken im Verlauf der ehemaligen Vene oder die Entstehung von Entzündungen im Bereich der behandelnden Vene. Die Risiken können minimiert werden, indem der Patient nach der Behandlung für maximal 14 Tage Kompressionsstrümpfe trägt und sich vor Sonneneinstrahlung schützt. Eine gründliche Aufklärung durch den behandelnden Arzt ist daher von großer Bedeutung.

Zudem kann die Verödung nicht angewendet werden, wenn Allergien gegen Verödungsmittel diagnostiziert wurden, eine akute Venenthrombose und/oder arterielle Verschlusskrankheit vorliegen, sowie wenn Ödeme und/oder Infektionen im Bereich bestehen, der verödet werden soll.

Methoden der Sklerotherapie im Überblick:

Sklerotherapie: Hierbei wird Verödungsmittel in die betroffenen Gefäße gespritzt. Die verödeten Blutgefäße werden dann vom Körper abgebaut.

Mikrosklerotherapie: Diese Methode wird bei Besenreisern eingesetzt und erfolgt durch Verödung mit Mikroschaum.

Schaumverödung: Bei kräftigeren Krampfadern wird ein Verödungsschaum eingesetzt, der gleichmäßig das Gefäß von innen benetzt und so zu einer stärkeren Verödungsreaktion führt.

Lasertherapie: Hierbei wird der Besenreiser durch gezielten Lichtimpuls verödet.

Thermische Verfahren: Laser, Radiowellen & Ultraschall

Minimal-invasive, endovenöse Therapieverfahren zur Behandlung von Krampfadern sind die endovenöse Lasertherapie (EVLT), die endovenöse Radiofrequenztherapie und die zuvor erläuterte Schaum-Sklerotherapie. Laser- und Radiofrequenztherapie werden unter Ultraschallkontrolle mithilfe eines Katheters in der erkrankten Krampfader durchgeführt. Mithilfe von Laserlicht oder Radiowellen wird die betroffene Vene dann von innen „gekocht“, was fachlich korrekt als koaguliert bezeichnet wird. Die Hitzeeinwirkung verschließt die Vene. Die Behandlung wird ambulant durchgeführt und benötigt in der Regel keine Narkose, sondern eine Tumeszenzanästhesie, welche nur den Behandlungsort betäubt.

Vorteile der thermischen Verfahren sind ihre sehr gute Studienlage und dass eine Behandlung in der Regel ausreicht, um vor allem Stamm- und Seitenastvarizen zu verschließen. Ein großer Nachteil der thermischen Verfahren ist jedoch der hohe Preis, der durchschnittlich ab 1.500 Euro pro Behandlung beginnt.

Die thermischen Verfahren sind für die Behandlung von Stammvenen gut wirksam und werden von vielen Ärzten als Therapie der Wahl angesehen, während bei betroffenen Seitenastvenen eher die Sklerotherapie oder operative Entfernung zur Anwendung kommt.

Bei der Therapie werden keine chemischen Substanzen appliziert, daher sind keine Allergien möglich. Allerdings ist bei der Tumeszenzanästhesie eine Allergie gegen das Betäubungsmittel möglich. Weitere Gegenanzeigen für die thermische Therapie sind, ähnlich wie bei der Sklerotherapie, die arterielle Verschlusskrankheit, akute Venenentzündungen, Thrombosen, akute Infektionen oder stark geschlängelten Krampfadern. Bei einem hohen Thromboserisiko ist zumindest Vorsicht geboten. Die Behandlung wird ambulant durchgeführt und Patienten sollten nach der Behandlung für einige Wochen Kompressionsstrümpfe oder einen Kompressionsverband tragen.

Die Ergebnisse sind, wie auch bei der Verödung, erst nach einigen Wochen sichtbar, was ein großer Nachteil der meisten alternativen Therapieverfahren gegenüber der operativen Stripping-Methode ist.

Wann mit Krampfadern zum Arzt?

Bereits bei den ersten Anzeichen einer schwächelnden Vene wird empfohlen, den Hausarzt und anschließend ggf. einen Phlebologen aufzusuchen. Deshalb ist es umso wichtiger, wiederkehrende Symptome wie müde und schwere Beine, Schwellungen oder nächtliche Wadenkrämpfe nicht leichtfertig abzutun, sondern ernst zu nehmen. 

Das gilt insbesondere dann, wenn, zusätzlich zu den Krampfadern, folgende Symptome auftreten:
  • Schwere und geschwollene Beine und Füße

  • Nächtliche Wadenkrämpfe

  • Trockene Haut und/oder grötete Haut in direkter Nähe der sichtbaren Krampfadern

  • Ein Pulsieren in Beinen und Füßen

  • Schmerzen an den Krampfadern, die bei Wärme noch zunehmen

  • Ein Wärmegfühl an den betroffenen Hautpartien

  • Bräunliche Hautveränderungen an Unterschenkeln und Füßen

  • Die Haut an den Krampfadern spannt, glänzt und juckt

  • Die Beschwerden wie Schwellungen, Juckreiz und Schweregefühl nehmen bei Wärme oder nach langem Sitzen oder Stehen zu


Wird man rechtzeitig aktiv, lässt sich zahlreichen Komplikationen und ausgeprägten Krampfadern häufig gut vorbeugen. Das gilt insbesondere dann, wenn man bereits bei viel frühern und unscheinbareren Symptomen einer beginnenden Venenschwäche aktiv wird.
Erste Zeichen von Venenleiden müssen nicht hingenommen werden. Häufige Symptome einer Venenschwäche

Diagnose: was macht der Arzt?

Viele Menschen mit Krampfadern suchen keinen Arzt auf, da sie die Erkrankung nur als optisches Problem ansehen. Doch Krampfadern können durchaus die Lebensqualität beeinträchtigen. Daher sollten Personen mit auffälligen Krampfadern einen Internisten, Angiologen, Phlebologen oder einen erfahrenen Hausarzt aufsuchen. Der Arzt wird eine Anamnese und körperliche Untersuchung durchführen, Tests und Druckmessungen vornehmen sowie bildgebende Verfahren wie die farbkodierte Duplexsonografie mit Doppler-Ultraschallsonde oder die Kernspin-Phlebographie einsetzen. Eine labormedizinische Analyse kann bei bestimmten Fällen sinnvoll sein.


Anamnese und körperliche Untersuchuung

Eine ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung sind wichtige Schritte bei der Diagnosestellung von Krampfadern. Der Arzt wird sich zunächst über vorhandene Beschwerden, familiäre Vorbelastungen und Risikofaktoren, neurologische oder orthopädische Vorerkrankungen und Begleiterkrankungen informieren. Eine gründliche Untersuchung der Beine ist ebenfalls wichtig, um verschiedene Typen von Krampfadern, ihre Ausprägung und ihr Verteilungsmuster sowie evtl. Hautveränderungen zu beurteilen. Denn je nach betroffenem Venentyp (Perforansvenen, Retikuläre Venen, Stammvenen, Seitenastvenen) und Ausprägung der Krampfadern kommen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zum Einsatz.

Zusätzlich wird der Puls am Fuß gemessen und auf Hinweise auf Venenentzündungen untersucht. Auch eine Untersuchung im Stehen und Liegen gehört zur körperlichen Untersuchung, um das Ausmaß der Krampfadern und eine primäre oder sekundäre Varikose zu unterscheiden.

Tests und Druckmessung

Moderne bildgebende Verfahren haben die manuellen Untersuchungsverfahren für die Diagnostik von Venenerkrankungen weitgehend ersetzt. Die Phlebodynamometrie findet kaum noch Anwendung, die LRR (Licht-Reflexionsrheographie) und die VVP (Venenverschlussplethsmographie) hingegen werden noch heute bei Verlaufskontrollen schwerer Venenerkrankungen sowie vor und nach interventionellen Eingriffen eingesetzt. Die LRR untersucht dabei die Pumparbeit der Wadenmuskulatur sowie die Funktionstüchtigkeit der Venenklappen, die VVP kann sowohl den arteriellen Einstrom in die Beine als auch die Geschwindigkeit der venösen Drainage beurteilen.

Bildgebende Verfahren

Die farbkodierte Duplexsonografie mit Doppler-Ultraschallsonde ist das Verfahren der Wahl zur bildlichen Darstellung des Venensystems. Es ist eine nichtinvasive, schmerzfreie und risikolose Methode, um sowohl den Zustand des oberflächlichen Venensystems einschließlich der Venenklappen als auch Veränderungen im tiefen Venensystem einschließlich eventueller frischer oder älterer tiefer Thrombosen zu erkennen und bildlich zu dokumentieren. Die Phlebographie ist eine Röntgenuntersuchung, bei der ein Kontrastmittel in die Venen gespritzt wird, um das Venensystem sichtbar zu machen. Die Kernspin-Phlebographie ist eine moderne Alternative, die ohne Röntgenstrahlen auskommt und nur in seltenen Fällen eingesetzt werden. Dabei wird ein Kontrastmittel durch eine Armvene gespritzt, um das Venensystem zu visualisieren.

Laboruntersuchung

Eine labormedizinische Analyse kann bei bestimmten Fällen sinnvoll sein, insbesondere wenn ein Patient eine tiefe Beinvenenthrombose oder Embolie erlitten hat und die Ursache nicht erkennbar ist. Eine Analyse einzelner Blutgerinnungsfaktoren kann dabei helfen, eine angeborene oder erworbene Gerinnungsstörung zu erkennen. Der behandelnde Arzt sollte jedoch sorgfältig prüfen, ob eine solche Untersuchung sinnvoll ist.
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1 Rabe E et al. Bonner Venenstudie der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie. Phlebologie. 2003;32(1):1-14.
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